Rechts­schutz­­versicherung

Eine Rechtsschutzversicherung unterstützt Sie finanziell, wenn es zu rechtlichen Auseinandersetzungen im privaten oder beruflichen Alltag kommt. Sie übernimmt anfallende Kosten wie Anwalts-, Gerichts- oder Gutachtergebühren und hilft Ihnen dabei, Ihre Rechte durchzusetzen, ohne das finanzielle Risiko eines Rechtsstreits allein tragen zu müssen.

So müssen Sie sich im Streitfall nicht selbst mit komplizierten rechtlichen Fragen auseinandersetzen, sondern erhalten professionelle Unterstützung und können Ihr Recht ohne eigenes Fachwissen wahrnehmen.

Grundlagen der Rechts­schutz­­versicherung.

Eine Rechtsschutz­versicherung übernimmt die Kosten, die bei einem Rechtsstreit entstehen können, etwa für Anwälte, Gerichte oder Sachverständige. Der Versicherungsschutz ist modular aufgebaut und kann je nach Bedarf aus Bereichen wie Privat-, Verkehrs-, Miet-, Arbeits- oder Internet­rechtsschutz zusammengestellt werden.

Wichtige Punkte sind unter anderem ein sinnvoll gewählter Selbstbehalt zur Beitrags­optimierung, ausreichend hohe – idealerweise unbegrenzte – Deckungs­summen sowie weltweiter Schutz für Auslands­aufenthalte. Zudem gelten je nach Baustein bestimmte Wartezeiten, bevor der Versicherungs­schutz greift.

Tony's Tipps

Folgende Merkmale sollten Sie bei der Rechts­schutz­versicherung berücksichtigen:

Privat­rechts­schutz.

Deckt Streitigkeiten im privaten Umfeld ab, zum Beispiel Vertrags-, Schadenersatz- oder Familien­recht.

Leistungs­umfang:

Wartezeit: 3 Monate
Selbstbehalt: typischerweise 150 € oder 250 €
Versicherungssumme: unbegrenzt

Schadens­beispiel: Sie bestellen online ein Tablet für 800 €, zahlen per Vorkasse, das Gerät kommt nie an. Der Verkäufer reagiert nicht. Ihr Privatrechtsschutz übernimmt die Kosten für das gerichtliche Mahnverfahren und die spätere Klageführung.

Verkehrs­rechts­schutz.

Schützt bei Auseinander­setzungen rund um Motor- und Zweiradverkehr, ÖPNV und Fußgänger.

Leistungs­umfang:

Wartezeit: i. d. R. 0–3 Monate
Selbstbehalt: meist 150 €
Versicherungssumme: unbegrenzt Europa, Ausland bis 300.000 € oder unbegrenzt (je nach Tarif)

Schadens­­beispiel: Sie fahren auf der Autobahn auf einen Stauende auf und ziehen sich einen Schleudertrauma zu. Die gegnerische Haftpflicht bestreitet Ihre Mitschuld. Ihr Verkehrs­rechtsschutz übernimmt die Anwalts- und Gerichts­kosten, um Ihre Schmerzens­geld­ansprüche durchzusetzen.

Mietrechts­schutz.

Absicherung für Mieter, Vermieter und Wohnungseigentümer bei Streit mit Vermieter, Nachbarn oder Behörden.

Leistungs­umfang:

Wartezeit: 3 Monate
Selbstbehalt: meist 150 €
Versicherungssumme: unbegrenzt

Schadens­­beispiel: Ihr Vermieter verlangt 300 € Nachzahlung für Betriebskosten. Nach anwaltlicher Prüfung und Gerichtstermin erhalten Sie 200 € zurück. Der Mietrechtsschutz übernimmt alle anfallenden Kosten.

Arbeits­rechts­schutz.

Schutz bei arbeitsrechtlichen Streitigkeiten zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber.

Leistungs­umfang:

Wartezeit: 3–6 Monate (je nach Anbieter)
Selbstbehalt: häufig 150 €
Versicherungssumme: unbegrenzt

Schadens­­beispiel: Ihr Arbeitgeber spricht eine fristlose Kündigung aus. Sie reichen Kündigungs­schutzklage ein. Ihr Arbeits­rechtsschutz trägt die Anwalts- und Gerichtskosten und erzielt Ihre Weiter­beschäftigung oder Abfindung.

Internet­rechts­schutz.

Schützt bei Rechts­streitig­keiten im Online-Bereich und bei Cyber­risiken.

Leistungs­umfang:

Wartezeit: 0–3 Monate
Selbstbehalt: häufig 150 €
Versicherungssumme: 100.000 € bis unbegrenzt

Schadens­­beispiel: Sie nutzen ein Bild aus einer Online-­Datenbank ohne Lizenz. Der Rechteinhaber mahnt ab und fordert Anwalts­honorare in Höhe von 1.200 €. Ihr Internet­rechts­schutz übernimmt außergerichtliche und gerichtliche Kosten bis zur vereinbarten Deckungs­summe.

Eine Rechtsschutzversicherung schützt Sie finanziell, wenn rechtliche Auseinandersetzungen Kosten verursachen.

Eine Rechtsschutzversicherung gibt Ihnen Sicherheit, wenn rechtliche Fragen oder Konflikte auftreten. Sie sorgt dafür, dass Sie auch ohne eigene juristische Kenntnisse professionelle Unterstützung erhalten und mögliche Kosten nicht selbst tragen müssen. Entscheidend ist dabei, dass der Versicherungsschutz zu Ihrer Lebenssituation passt und die relevanten Rechtsbereiche abdeckt.

Durch die Berücksichtigung wichtiger Leistungsmerkmale entsteht eine Absicherung, die Ihnen im Alltag Orientierung gibt und Sie im Ernstfall zuverlässig unterstützt.

Grundsätzlich ja – praktisch scheitert es jedoch oft an den Kosten. Anwalts-, Gerichts- und Gutachtergebühren können schnell hoch ausfallen und davon abhalten, Ansprüche durchzusetzen.

Eine Rechtsschutzversicherung nimmt dieses finanzielle Risiko und ermöglicht es Ihnen, Ihr Recht auch ohne juristische Vorkenntnisse wahrzunehmen.

Ihre Rechtsschutz­versicherung zahlt nicht, wenn es zu Streitigkeiten im Zusammenhang mit Bauprojekten kommt, etwa bei Planung, Finanzierung oder Neubauvorhaben. Ebenfalls ausgeschlossen sind Fälle, in denen vorsätzliches Handeln durch ein Gericht festgestellt wurde. Auch Streitig­keiten aus Spiel- und Wettverträgen, dem kollektiven Arbeits- oder Dienstrecht sowie im Zusammenhang mit Streiks sind nicht versichert.

Ein Rechtsschutz kann nicht für bereits bestehende oder laufende Auseinandersetzungen genutzt werden. Versicherungsschutz besteht erst für Streitfälle, die nach Vertragsbeginn und nach Ablauf der vereinbarten Wartezeit entstehen. Für frühere oder bereits absehbare Konflikte werden keine Leistungen übernommen.

Entscheidend ist, in welchen Bereichen rechtliche Konflikte für Sie relevant sein können. In einer persönlichen Beratung lässt sich klären, welche Rechtsschutz-Bausteine sinnvoll sind und auf welche Sie verzichten können.